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BassMuseum Ovation Magnum 2

BassMuseum Ovation Magnum 2 Bass Von Hermann Eckholt – The Bass Hunter

BassMuseum Ovation Magnum 2 Bass Von Hermann Eckholt – The Bass Hunter

Hallo liebe Leserinnen und Leser, Heute möchte ich euch einen Bass vorstellen, den viele von euch nicht kennen und bestimmt noch nie gesehen haben. Der Hersteller Kaman Music aus New Hartford in den USA hat sich in den Siebziger Jahren mit ihren Ovation Elektro-Akustik Gitarren zu einem sehr erfolgreichen Gitarrenbauer entwickelt. Ovation Akustikgitarren, das sind die mit dem typischen Roundback Kunststoff-Korpus plus massiver Holzdecke, denen man fast überall begegnet. Diese rückkopplungsarmen Gitarren sind immernoch weltweit auf vielen Konzertbühnen sehen. Ich habe selber noch zwei wundervolle Gitarren aus dieser Zeit, und sie klingen wirklich sehr gut. Das Kaman-Entwicklerteam war der Zeit und seinen Mitbewerbern in Sachen Gitarrenbau in einigen Bereichen weit voraus. Da lag es auf der Hand, dass unter dem Namen Ovation auch irgendwann einmal ein Bassmodell auf den Markt kommen musste.

BassMuseum Ovation Magnum 2 Bass Von Hermann Eckholt – The Bass HunterBassMuseum Ovation Magnum 2 Bass Von Hermann Eckholt – The Bass Hunter

Nach einem kurzlebigen Ausfl ug Ende der Sechziger, mit Ovation-Hälsen auf zugekauften Semiakustik-Korpussen aus Deutschland (wohl von Framus), war es dann im Jahr 1978 soweit und es wurden gleich zwei Solidbody- Bassmodelle vorgestellt: Der Magnum 1 und der Magnum 2. Der Magnum 1 war passiv ausgelegt, er besaß keinen Vorverstärker und wurde mit zwei Volumenreglern und zwei Tonreglern bestückt. Dieses Modell verfügte über einen Pickup-Wahlschalter und einen effektvollen Mono- und Stereoausgang. Auf diese Weise können, wie bei einem Rickenbacker 4001 Bass, die beiden Tonabnehmer im „Stereo“-Betrieb soundlich voreinander getrennt werden. Im Studio oder auf der Bühne kann das Basssignal im Studio in zwei unterschiedliche Kanäle oder Verstärker geleitet werden. Klanglich ist das ein Genuss, wenn das Signal durch ein Stereo Effektgerät, zum Beispiel einen Chorus, geleitet wird. Im Vergleich zum aktiven Magnum 2 ist der Magnum 1 deutlich leiser.

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Der Zweier mit seiner aktiven Elektronik verfügt nur über einen Master Volume Regler und einen großen doppelten 3-Band EQ. Das ist schon sehr ungewöhnlich auf einem Bass. Die Bass-Frequenzen, die Mitten und der Höhen- Bereich können um ca. 12 dB angehoben oder abgesenkt werden. Wenn man diese Frequenzbereiche auch nur um Nuancen verändert, passiert hörbar eine Menge. Für jeden Tonabnehmer gibt es eine eigene Frequenzspur. Dieser wurde auf dem EQ mit dem Hütchen zusammengefasst, sodass zwei Spuren gleichzeitig geregelt werden können. Es gab im damals beiliegenden Owner’s Manual sogar einige gute Soundbeispiele für den Gebrauch dieses EQs.

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Beim Magnum 2 gibt es auch einen Pickup- Wahlschalter für die beiden Tonabnehmer. Gut gelöst ist die Position und das Handling bei dem Batteriefach für den schnellen Wechsel einer Batterie. Diese ist am oberen Ende des Schlagbrettes angebracht und lässt sich mit nur einer Schraube öffnen.



Auffällig an beiden Magnum Bassmodellen ist der große Alurahmen und die mächtige Brücke auf der Korpus-Vorderseite. Durch das verwendete Aluminium sind diese Teile zum Glück recht leicht. Der lange Alurahmen dient idealerweise als Daumenstütze und Pickup- Halterung gleichzeitig. Die Saitenhalterung lässt sich mit zwei Schrauben in der Höhe links und rechts gut einstellen. Von der Korpus- Rückseite kann man mit einem Inbus-Schlüssel den Neigungswinkel der gesamten Brücke je nach Geschmack verändern. In den siebziger Jahren waren die Saitendämpfer bei vielen Bässen scheinbar ein Muss. Der Rickenbacker 4001 hatte den in seiner Brücke gut versteckt, ein Music Man Stingray gut sichtbar an einem Blechwinkel auf seiner Saitenbrücke. Bei Ovation Magnum Bässen ist er nicht zu übersehen, weil er am Ende der Brücke eine Zugvorrichtung besitzt, die manchmal beim Spielen durch ihre Größe etwas störend wirkt. Es gab aber nur wenige Bassisten, die in dieser Zeit noch mit einem Dämpfer spielten. Das nahm den Bässen im aktivierten Zustand jede nur denkbare Dynamik. Auch beim Plektrumspiel konnte das nicht wirklich überzeugen. In den Sechzigern spielten viele Bassisten mit einem Plektrum, um mit den damals gebräuchlichen Flatwound Saiten noch einen hörbaren Bass rüber zu bringen. Erinnern wir uns an den Bassisten Ladi Geisler vom Bert Kaempfert Orchester. Ladi war ja ein Vorreiter in Sachen „Knack Bass“. Da wurde auf seinem alten Fender 1960iger Stack Knob Jazz Bass der Bassbereich betont und mit hartem Plektren Anschlag gemeinsam zum Kontrabass eine gesonderte Bass-Spur im Studio eingespielt, um aus den alten großen Musiktruhen, die damals in den meisten Wohnzimmern standen, einen dynamischen und rhythmusbetonten Sound rauszuholen. Ladi hätte sich bestimmt über diesen großen Dämpfer der Magnum Bässe gefreut und ihn auch eingesetzt.

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Der Magnum ist wirklich cool und sinnvoll gestylt. Die schlanke Korpusform ist sehr gut bespielbar. Im Sitzen ist der Bass perfekt ausbalanciert. Alle Lagen sind gut zu erreichen, und der Korpus wirkt dann eher klein und handlich. Der Hals hat eine angenehme, schlank gehaltene Form. Das Ebenholz- Griffbrett passt soundlich gut zu dem Mahagonikorpus und -hals. Der Hals wurde innen zusätzlich durch einen eingearbeiteten Graphitstreifen verstärkt und hält auch nach so vielen Jahren vorzüglich seine Spannung. Auf der Kopfplatte wird unter einer kleinen Abdeckung der Spannstab verdeckt – diese Methode erinnert doch sehr an Gibson. Die Kopfplatte ist bei den Magnum Bässen identisch mit der typischen Ovation Gitarren- Kopfplattenform. Diese empfinde ich als sehr gelungen, optisch ansprechend und praktisch. Bestückt ist der Bass mit vier großen massiven Schaller-Mechaniken aus deutscher Herstellung.

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Der große Pickup am Hals erinnert natürlich sehr an den berühmten Gibson EB Bass- Tonabnehmer, den sogenannten Mudbucker. Im Inneren ist dieser Tonabnehmer aber völlig anders aufgebaut. Um jeden einzelnen Magneten liegt eine kleine Spule, und jeder Magnet lässt sich zusätzlich in der Lautstärke mit einem Schraubenzieher passgenau einstellen. Eine besondere Idee ist hier die Öffnung mit der Einstellschraube, die seitlich der jeweiligen Saite angebracht ist.

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Während man für die Anpassung der Tonabnahme an der Saite zupft, kann man mit einem Schraubenzieher die Lautstärke jeder Saite mit einem eigenen Trimpoti direkt im PU-Gehäuse genau justieren – ohne dass das Werkzeug die schwingende Saite berührt. Das nenne ich gut durchdacht! Der hintere Tonabnehmer ist dagegen eher schmal gehalten, verfügt über vier Hufeisen-ähnliche Magnete, die genau unter der Saite angebracht sind. Den kräftigen Halstonabnehmer finde ich vom Sound her sehr wohlig, er klingt gegenüber dem Original von Gibson besser ausbalanciert. Dagegen klingt der Brückentonabnehmer deutlich knurriger. Leider ist die Zusammenschaltung der einzeln sehr gut klingenden Pickups nicht wirklich gelungen. Denn wenn man beide PUs gleichzeitig fährt, bewirkt dies einen „Out of Phase“-Sound-Effekt. Vielleicht gibt es ja Freunde dieser leichten Phasendrehung, aber mein Geschmack ist das nicht.

Als die Ovation Magnum-Bässe damals auf den Markt kamen, konnten sie sich allerdings nicht so richtig durchsetzten. Über die Gründe für diesen Misserfolg kann man heute natürlich nur spekulieren. Bestimmt lag es zum einen an den zu dieser Zeit extrem beliebten Music Man Stingray Bässen. Zum anderen gab es die Bassinvasion japanischer Hersteller, wie Ibanez und Yamaha, die den Weltmarkt mit ihren unschlagbar niedrigen Verkaufspreisen und der hohen Qualität eroberten. Die Ovation Bässen waren jedoch im hochpreisigen Sektor angesiedelt und hatten es daher schwer Käufer zu fi nden. In Deutschland war immerhin ein sehr bekannter und erfolgreicher Bassist auf einem Ovation Bass anzutreffen. Der hier gezeigte Magnum 2 Bass wurde 1978 von Horst Stachelhaus erworben – seines Zeichens Bassist bei Birth Control und der Alex Oriental Experience. Horst war in diesem Land einer der ersten Bassexperten und durch seine fachkundigen Testberichte beim damaligen Fachblatt Musikmagazin bei den Lesern sehr beliebt. Später leitete er das Magazin auch als Chefredakteur. Horst ist leider schon 1999 verstorben und es war für mich ein besonderes Gefühl, seinen alten Lieblingsbass hier zu testen und zu spielen. Rock on, lieber Horst!

 
Bass Professor 4/2017 - Ausgabe 91, Seite 60




 

Bass Talk

BS: 52er



Der Mythos von Fender ist ungebrochen! Immer wieder erreichen uns Anfragen, mehr über ältere Fender- Bässe zu berichten. Natürlich kommen wir diesem Wunsch gern nach und präsentieren euch hier ein erlesenes Schmuckstück aus den Anfangstagen des elektrischen Basses. Der E-Bass wurde ja „nur“ deshalb erfunden, weil Gitarristen Kontrabass spielen sollten. Für die Vielzahl der Gitarristen gab es in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu wenig Jobs. Dafür gab es einen Mangel an Kontrabassisten. Also baute Leo Fender 1951 den Fender Precision Bass, nachdem er erst im Jahr zuvor seine erste E-Gitarre der staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt hatte.

1952 Precisionbass

Bass Special


An einem Höfner Beatle Bass kann man sich einfach nicht sattsehen! In Ergänzung zum BASS MUSEUM, dass euch einen seltenen Höfner 500/1 aus dem Jahr 1963 zeigt, könnt ihr euch hier von einem Exemplar aus dem Jahr 1965 die Augen massieren lassen. Auf den Bildern kommt die schöne Korpusform mit den typischen Haarrissen besonders gut zur Geltung. Ebenso die großen Pickup-Rahmen und das Hals-Binding, das erstmals ab 1964 eingesetzt wurde. Das Perlmutt-Schlagbrett ist wunderbar nachgedunkelt und passt zum kleinen Elektronik-Fach. Das Finish ist bei diesem alten Exemplar besonders schön und – wie die Beatles, die uns hier in Form kleiner Figuren begegnen – einfach zeitlos!

Höfner Beatle Bass

BS: Yin/Yang

Service:



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