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BassMuseum: Wal Custom Bass 1981


Bass Professor 2/2017 - BassMuseum: Wal Custom Bass 1981


BassMuseum: Wal Custom Bass in Two Tone Sunburst von 1981 Von Hermann Eckholt – The Bass Hunter

Liebe Leserinnen und Leser, Vor einiger Zeit habe ich hier im Bass Museum uber einen alten Wal Pro Prototype Custom Bass berichtet. Aus diesem Bass entstand der legendäre Wal Mark 1. Ihr findet den Artikel über dieses Schätzchen im BASS PROFESSOR 3/2013. In diesem Artikel habe ich auch berichtet, wie ich im Jahr 1984 mit meinen Kollegen zum ersten Mal die Firma Electric Wood Ltd. in High Wycombe/England aufgesucht hatte. Heute möchte ich euch einen weiteren ganz besonderen alten Wal Bass vorstellen. Das hier vorliegende Modell ist sehr selten zu finden, weil es nur über einen kurzen Zeitraum gebaut wurde und die Promit der Custom-Serie verbindet.

Blättern wir also zurück in der Firmengeschichte von Wal. Im Jahr 1984 erhielten die Wal-Bässe ihr endgültiges Finish, und die überaus erfolgreiche Mk 1 Serie ging an den Start. Nicht nur optisch hatte sich einiges verändert. Wal-Bässe kamen fortan ohne das Pickguard aus und die beiden mächtigen Humbucker erhielten praktische Rahmen. Doch vor allem hatte man die Elektronik nochmals deutlich aufgewertet, denn es kam nun eine parametrische Elektronik zum Einsatz. Die beiden Ton-Potis der Mk 1 Serie lieferten über eine Push-Pull-Funktion filterartige Töne, wie man sie auch von Alembic Series I Bässen kennt. Das Volume-Poti konnte ebenfalls gezogen werden. Das Ergebnis war ein deutlicher aktiver Höhenschub. Damit nicht genug, befanden sich im Inneren des E-Fachs Trimpotis, mit deren Hilfe man die Elektronik nochmals optimieren konnte.

Bass Professor 2/2017 - BassMuseum: Wal Custom Bass 1981

Der Vollständigkeit wegen sei noch erwähnt, dass der englische Ausdruck „Mk“, also „Mark“, mit „Typ“ bzw. mit „Version“ zu übersetzen ist. Ein Mk 1 Wal-Bass ist daher als Version 1 zu betrachten. Die Bezeichnung „Mach 1“ ist ein Fehler, der sich daraus ergibt, dass manche im Englischen „Mach“ wie „Mark“ aussprechen.

Trotz der vielfältigen elektronischen Möglichkeiten der Mk 1 Modelle, gefällt mir der hier gezeigte 1981 gebaute Wal Custom Bass deutlich besser. Und das liegt auch an dem zu dieser Zeit verwendeten Korpusmaterial. Ab 1983/84 wurde der Korpuskern der Wal- Bässe überwiegend aus Mahagoni gefertigt, als eine Art Zierstreifen diente ein dunnes Furnier. Abschließend wurde der Bass mit hubsch gemaserten Decken versehen, die sich der Kunde naturlich selbst aussuchen konnte.

Bass Professor 2/2017 - BassMuseum: Wal Custom Bass 1981

Ich habe ab 1984 Wal Mk 1 Bässe gespielt und sehr gemocht. Einige Jahre später habe ich dann meinen Wal Double Neck Bass bekommen. Dieser hatte einen Walnusskorpus und nur einen Tonabnehmer pro Bass. Der obere Bass hatte seinen Humbucker fast in der Music Man Sting Ray Bass Position und sollte an dieser Stelle für etwas mehr Klangfülle sorgen. Der untere Bass bei dem Double Neck war ein Fretless und hatte den Pickup in der bei Wal- Bässen typischen Position kurz vor der Brücke. Dieser Double Neck Bass wurde übrigens nach Ideen und Soundvorstellungen des Jazz/ Fusion Gitarristen John McLaughlin fur seinen damaligen Bassisten Jonas Hellborg bei Electric Wood Ltd. in Auftrag gegeben. Für das Wal Bass Team um Ian Waller und Pete Stevens war der Double Neck natürlich eine spannende Herausforderung.

In den Gründerjahren von Wal, also ab 1976, orientierten sich Ian und Pete an Fender- und Gibson-Bässen. Ein Precision Bass gehörte für sie zum Non plus Ultra und daher hatten ihre ersten Modelle zunächst auch nur einen Tonabnehmer in der Korpusmitte und waren passiv, wie bei ihren Kollegen von Fender. Die Pro Bass Serie erhielt später einem zweiten Humbucker (Pro Bass II), um eine größere Soundvielfalt zu ermöglichen. Die Bässe besaßen einen Volume-Regler pro Pickup und je einen Höhenregler. Und außerdem einen Toggle Switch, mit dem man die Pickups auswählen konnte.

Bass Professor 2/2017 - BassMuseum: Wal Custom Bass 1981

Wenig später kam dann noch ein Master- Master Volume-Poti hinzu plus zwei kleine Mini Switches unter dem jeweiligen Tonabnehmer. Mit diesen konnten die Tonabnehmer von Humbucker auf Single Coil Funktion umgestellt werden. Ein weiterer Vorteil der legendären Humbucker sind die verstellbaren Pole-Pieces. So kann die Tonabnahme für jede Saite an jedem Pickup noch genauer eingestellt und abgestimmt werden. Die Pro Bässe konnten zudem als Aktive/E-Version bestellt werden. Diese hatten dann das eingelassene Batteriefach auf der Oberseite, wie bei dem hier abgebildeten Custom Bass deutlich zu erkennen ist. Auf diese Weise hatten einige Bassisten die Möglichkeit, ihren Pro Bass in einer aktiven E-Version zu spielen. Allerdings wurde an der aktiven Elektronik noch stark gebastelt, um dann irgendwann bei der endgültigen Vollversion zu enden. Ich habe in den Achtzigern mal einen passiven und einen aktiven Pro Bass gehabt. Die passive Version ist wirklich Geschmacksache. Ich fand den Sound des Basses etwas dumpf und muffig, die passiven Höhen zudem recht schwach. Die aktive Version hatte mich aber auch nicht so richtig überzeugt. Der Bass war zwar wesentlich lauter, hatte etwas mehr Höhenanteile, aber immer noch eine Tendenz zu einem dumpfen Grundsound.

Leider leben die beiden Erbauer und Firmengründer von Electric Wood LTD. nicht mehr, sonst hätten wir genauer nachfragen können, was für diesen Custom Bass in Sachen Elektronik (im Vergleich zum Vorgänger Pro Bass) verändert und überarbeitet wurde. Unter dem schwarzen Pickguard mit dem markanten Wal Logo sitzt eine große Platine mit Elektronik, die diesen einmaligen Sound erzeugt. An der unteren Korpuszarge befindet sich neben dem Klinkenausgang eine zusätzliche Bohrung für einen weiteren Studio XLR Ausgang, der natürlich jetzt nicht bestückt ist. Da haben sich die Wal-Jungs natürlich von Alembic inspirieren lassen. Dort wurden ja schon seit 1974 die Pickups mit Steckverbindungen versehen. Auf diese Weise lassen sich, wie jetzt auch bei diesen Wal Bässen, einige Bauteile schnell ausbauen und austauschen. Ein dekoratives Wal Logo prangt zudem auf dieser großen Platine. Bestückt ist unser Custom Bass mit einem Master-Volumen, zwei Volumen-Potis für die beiden Tonabnehmer plus zwei Höhen-Reglern. Unterhalb der Pickups liegen die Switches für das Umschalten von Single-Coil- auf Humbucker- Betrieb. In der Mitte liegt ein dritter Mini Switch – dieser beeinflusst den Höhen und Mittenbereich. Vielleicht ein Vorläufer des später verbauten Höhen Push Pull Funktion bei den MK 1 Bässen am Master Volume?

Die Elektronik in ihren detaillierten Ausführungen empfinde ich als typisch Britisch. Extreme soundliche Veränderungen wird man bei diesem Bass kaum merken. Dieses Instrument geht gemächlicher zur Sache. Auch hier findet man den typischen britischen Humor. Die Potis haben einen Regelbereich von 0 bis 11. Die schwarzen Zahlen vom Poti lassen sich aufgrund der transparenten Drehscheibe am Poti und der kleinen fest fixierten weißen Fläche auf dem Pickguard unter dem jeweiligen Poti gut ablesen.

Der Bass reagiert auf kleinste Poti-Veränderungen. Dreht man die Höhen von dem Bridge Pickup auf 6 und den Hals Pickup knapp ein Drittel runter, dann knurrt der Bass unglaublich los. So klingt er schon fast nach einem guten Fretless. Immer sehr dynamisch und extrem obertonreich – da kann nur Alembic mithalten. Der Gesamtsound dieses alten Wal Basses erinnert tatsächlich mehr an einen Alembic als an einen Fender Bass. Nach einigen Wochen ist mir leider aufgefallen, dass diese Elektronik auch reichlich Power benötigt. Der erste 9 Volt Energie Block war nach gut acht Wochen total leer. Der Bass verabschiedet sich dann sofort und gibt keinen Ton mehr von sich. Ich dachte erst an eine defekte Lötstelle bis dann der berühmte Batterie- Zungen-Test als letztes an der Reihe war. Da war nichts mehr zu spüren. Vor einem Gig oder Studio Termin sollte also eine frische Batterie für guten und störungsfreien Einsatz sorgen.

Mir gefällt der einteilige Korpus aus englischer Esche besser, als die anfangs erwähnten Bodykerne aus Mahagoni. Das klingt auf diese Weise viel dynamischer und kommt auch perkussiver rüber – eine gelungene Kombination. Dieser Bass hat natürlich noch die große entenfußartige Paddel-Kopfplatte. Diese erhielt ab Ende 1983 ebenfalls ein Facelift und wurde deutlich schlanker gestaltet. Die Wal Custom Bässe haben zudem noch einen braunen Kopfplatten- Schriftzug bekommen. Dieser wurde später nur noch in schwarz (bei farbig lackierten Bässen in weiß) verwendet. Der Hals eines Wal Basses ist leicht V-förmig. Er besteht aus mehreren Streifen Ahorn mit dunkleren Palisanderstreifen. Im Inneren besitzt er zudem zwei Graphitstreifen, die für zusätzliche Stabilität sorgen. Für die Griffbretter wird meistens indisches Palisander verbaut, selten findet man Bässe mit Ebenholz wie bei diesem Custom Exemplar. Auf der großen Kopfplatte befinden sich die vier typischen großen Schaller-Mechaniken aus deutschen Landen. Aufgrund der ausladenden Kopfplatte und durch die massiven Mechaniken ist der Bass leicht kopflastig. Ich denke, dass diese Details auch dazu beigetragen haben, die Kopfplatte später etwas kleiner zu machen. Den großen Schaller-Mechaniken sind die Wal-Leute übrigens bis heute treu geblieben. Die Anschluss Klinkenbuchse sitzt seitlich an der Zarge. Diese hat eine leicht geschwungene Form und am Rand der Buchse steht tatsächlich „Electric Wood Limited“. Leider mag diese Buchse nicht jeden Klinkenstecker. Kabel mit zu dicken Steckern oder gar Winkelstecker haben hier keine Chance.

Der hier vorgestellte Bass wurde auf Kundenwunsch im Jahr 1983 bei Wal als Fretless umgebaut. Warum Pete oder Ian dem Kunden nicht einen zusätzlichen Fretless-Hals verkauft haben, ist mir ein großes Rätsel. Ich hatte große Erwartungen als dieser Bass vor einigen Wochen aus England zu mir kam. Über den guten perfekten Zustand und das seltene Two Tone Sunburst Finish habe ich mich sehr gefreut, aber leider hielt meine Begeisterung nicht lange an. Der Bass konnte mich als Fretless nicht überzeugen. Die aktive Elektronik hat den Sound überhaupt nicht positiv unterstutzt, ganz anders als es später bei der parametrischen Klangreglung der Fall war. Ich habe den Bass kurzerhand zu dem Bassbauer Jozsi Lak geschickt, der für mich schon andere Bassschätzchen perfekt bundiert hat.

Nach einigen Tagen war Jozsi fertig und ich konnte mich wieder auf den Weg zu seiner Werkstatt in Waldbrunn bei Limburg machen. Ich war sehr gespannt, was er aus diesem historischen alten Wal Bass gemacht hatte. Wir waren beide begeistert über das Resultat, bundiert konnte dieser Bass endlich seinen ganzen Charme und Charakter entfalten. Da war er wieder, mein alter Lieblingsbass-Sound der achtziger Jahre, aber in gewisser Weise besser und frischer als damals. Drahtiger, etwas Fender-mäßiger dank des Esche-Korpus – einfach perfekt! Seitdem habe ich diesen Bass jeden Tag in der Hand und muss gestehen, dass er in meiner Lieblingsbass- Skala weit oben rangiert, abgesehen natürlich von den ganz alten Fender Bässen. Dieser Bass hat für mich alles, was einen typischen Wal Bass ausmacht. Er hat den Grundsound der späteren Wal Mk 1 Bässe, aber er atmet auch den Spirit der Modelle der ersten Stunde. Wenn es das warme Wetter zulässt, setze ich mich mit diesem Schätzchen gern auf die Terrasse und spiele ihn mit großer Freude. Oft scheint Abends noch die Sonne dezent auf ihn herab. Ist es vielleicht doch möglich, dass die Seelen von meinen alten verstorbenen Basskumpels Pete und Ian mich mit ihrem alten Wal Traumbass doch noch sehen und hören können? Wer weiß das schon? Fest steht, dass meine Verbundenheit zu diesen beiden wunderbaren Menschen, die ich lange gekannt habe, durch diesen Bass weiter gestärkt wird. Das ist eigentlich schon ein schönes und wertvolles Gefühl und wird mich bis zu meinem eigenen Ende begleiten. Ruhet in Frieden ihr Erfinder und Erbauer dieser fantastischen Wal Bässe. Ihr habt meine ganze Liebe, danke für alles, was ihr für mich gemacht habt.


Soundfiles

sf_ico_s both, slap 1
 

sf_ico_s both, slap 2
 

sf_ico_s bridge MP 2
 

sf_ico_s neck MP 3
 



 


 
Bass Professor 2/2017 - Ausgabe 89, Seite 64




 

Bass Talk

BS: 52er



Der Mythos von Fender ist ungebrochen! Immer wieder erreichen uns Anfragen, mehr über ältere Fender- Bässe zu berichten. Natürlich kommen wir diesem Wunsch gern nach und präsentieren euch hier ein erlesenes Schmuckstück aus den Anfangstagen des elektrischen Basses. Der E-Bass wurde ja „nur“ deshalb erfunden, weil Gitarristen Kontrabass spielen sollten. Für die Vielzahl der Gitarristen gab es in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu wenig Jobs. Dafür gab es einen Mangel an Kontrabassisten. Also baute Leo Fender 1951 den Fender Precision Bass, nachdem er erst im Jahr zuvor seine erste E-Gitarre der staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt hatte.

1952 Precisionbass

Bass Special


An einem Höfner Beatle Bass kann man sich einfach nicht sattsehen! In Ergänzung zum BASS MUSEUM, dass euch einen seltenen Höfner 500/1 aus dem Jahr 1963 zeigt, könnt ihr euch hier von einem Exemplar aus dem Jahr 1965 die Augen massieren lassen. Auf den Bildern kommt die schöne Korpusform mit den typischen Haarrissen besonders gut zur Geltung. Ebenso die großen Pickup-Rahmen und das Hals-Binding, das erstmals ab 1964 eingesetzt wurde. Das Perlmutt-Schlagbrett ist wunderbar nachgedunkelt und passt zum kleinen Elektronik-Fach. Das Finish ist bei diesem alten Exemplar besonders schön und – wie die Beatles, die uns hier in Form kleiner Figuren begegnen – einfach zeitlos!

Höfner Beatle Bass

BS: Yin/Yang

Service:



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