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3. Teil: Einstellen der Brücke

mbi_logo155Willkommen zur dritten Folge unseres Workshops auf dem Weg zum perfekt eingestellten Bass. In der ersten Folge haben wir dir den idealen Anstellwinkel des (Schraub-)Halses am Korpus erklärt. In der zweiten Folge warfen wir einen Blick auf die Halseinstellschraube und haben ausführlich erläutert, was es mit dem Halseinstellstab auf sich hat und wie man diesen bestmöglich anpasst. In der aktuellen Folge wollen wir uns nun mit dem Einstellen der Brücke beschäftigen.

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Die E-Bass Brücke ist ein echtes Multifunktionstalent. Moderne Konstruktionen lassen sich in drei verschiedene Richtungen einstellen (man spricht hier von „dreiminensional“). Aus diesem Grund haben wir hier eine ETS-Bridge abgebildet, die auf einem hübschen Waja-Bass montiert wurde. „Dreidimensional“ bedeutet folgendes:

  1. Man kann den Saitenreiter nach vorn und hinten bewegen. Damit stellt man die Oktavreinheit ein.
  2. Mittels der Madenschräubchen kann man die Saitenhöhe festlegen. Dazu dienen die Schräubchen in den Reitern, die man von oben bedienen kann.
  3. Schließlich kann man einstellen, ob man die Saite etwas nach links oder rechts schieben möchte. Bei dieser Bridge wird dies durch von vorn zugängliche Schräubchen ermöglicht. (Dazu später mehr!)

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Im Gegensatz dazu stehen zweidimensionale Brücken – wie bei diesem Zon-Bass. Bei zweidimensionalen Brücken kann man die Abstände der Saiten zueinander (Stringspacing) nicht einstellen. Stattdessen wurde diese seitens des Herstellers beim Bau des Instrumentes festgelegt. Eine zweidimensionale Bridge muss aber kein Nachteil sein, wenn der Bass von vornherein richtig konzipiert wurde. So kann man beispielsweise auf den meisten Fender-Bässen das Stringspacing ebenfalls nicht einstellen.

Gibt es auch eindimensionale Bridges?

Auf Akustikbässen findet man sie des öfteren: die eindimensionale Brücke. Hier lässt sich weder der aufgeleimte Steg nach vorne und hinten bewegen, noch kann man die Stegeinlage in der Höhe verstellen.
Wir haben nachfolgend die gängigsten Brücken unter die Lupe genommen und beschreiben euch, wie man die verschiedenen Einstellungen an der jeweiligen Brücke vornimmt. Wir beginnen mit den einfachsten Varianten und schrauben uns durch bis zur modernen Hitech-Bridge.

Der Klassiker – die einteilige 2-D Brücke

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Alles begann im Jahr 1951, als von Fender der erste Precision Bass vorgestellt wurde. Wie man sieht, liefen jeweils zwei Saiten über eine Rolle aus Bakelit – beim Fender-Prototypen sogar aus noch aus Holz! Dies hatte natürlich den Nachteil, dass man die Oktavreinheit nie 100%ig einstellen konnte. Allerdings war der erste Fender eben schon mit einer brauchbaren Bridge ausgestattet. Glückwunsch an Fender – richtig gemacht!

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Da neben dem Kontrabass auch Fenders erste E-Gitarre Pate stand bei der Entwicklung des Ahnen aller E-Bässe, zog Fender die Saiten durch den Body – genial einfach gelöst! Bis heute gibt es Bassisten, die darauf schwören, die Basssaiten durch den Body zu fädeln. Einen direkten klanglichen Unterschied kann man jedoch in der Regel nicht feststellen. Einige Instrumente bieten sogar beide Möglichkeiten. Somit bleibt es jedem selbst überlassen, ob man die Saiten durch den Body fädelt oder an der Brücke befestigt.

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Erst die Folgekonstruktion von 1957, der sogenannte L-Winkel mit vier separaten Reitern, machte eine wirklich effektive Justage möglich. Den klassischen Einteiler findet man bis heute auf den meisten Fender-Bässen vor. Als Beispiel dient hier ein Fender Jazz Bass von 1975. Diese Bridge ist wohl die am meisten verbaute überhaupt, denn sie ist günstig herzustellen und funktioniert in (fast) allen Lebenslagen.

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Da die Saiten direkt durch den Blechwinkel gezogen werden, passierte es oft, dass sich die Bridge verbog, so wie hier zu sehen. Meist lag das am starken Zug der E-Saite. Doch muss auch dies kein wirklicher Nachteil sein, sofern die Brücke dennoch hält.

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Um die Wahl des eigenen Stringspacings doch noch zu ermöglich, erfand man bei Fender (erneut so einfach wie genial) einen Reiter mit Gewindestanden. Durch einfaches Abheben und Umsetzen kann man sich somit die Saiten nach eigenem Geschmack positionieren. Da viele Bassisten auf den Klang der einfachen L-Winkel schwören, hat Fender bei seinen aktuellen Stegen wieder eine Rillen-Bauweise aufgegriffen. Das war gut überlegt!

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Der große Fender-Konkurrent Gibson ging schon recht früh – seit 1953 – seinen eigenen Weg. Auf den meisten Gibson-Bässen befindet sich seit 1973 bis heute eine massive einteilige Bridge, die von drei Schrauben in der Schwebe gehalten wird. Diese recht massive Konstruktion funktioniert in der Praxis gut, doch sie hält auch ein paar Nachteile bereit: Die Saitenhöhe kann nicht für jede Saite einzeln eingestellt werden, es muss immer die gesamte Bridge bewegt werden. Einem weiteren Problemchen begegnet man, wenn man neue Saiten aufziehen muss. Da kann es nämlich passieren, dass man plötzlich den Saitenreiter plus Schraube in der Hand hält. Und wechselt man alle Saiten, purzelt einem die Bridge auch schon mal komplett entgegen. Hier ist dann etwas Geschick gefragt.

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Auf manchen Gibson-Bässen findet man die wesentlich sinnvollere Schaller 3-D Brücke, womit wir fast schon bei den nächsten Bridges wären. Die reinrassige 2-D-Brücke gibt es in allen Gewichtsklassen – vom einfachen Blechwinkel über solide Gusskonstruktionen bis hin zu den massigen Brücken à la Badass.

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Eine Weiterentwicklung stellt die damalige Spector- bzw. Steinberger-Brücke dar, bei der die Reiter lose in einer U-förmigen Grundplatte stehen. Die Oktavreinheit wird durch einfaches Verschieben der Böckchen von Hand vorgenommen. Damit diese nicht kippeln oder sich von alleine verschieben, besitzt die Brücke eine seitliche Klemmschraube, mit der die Reiter zusammengeschoben und fixiert werden.

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Ein ähnliches Klemmprinzip findet sich bei den G&L-Bässen – und das, obwohl die Reiter bereits durch die konventionelle Längsschraube geführt werden. Hier liegt der klangliche Aspekt zu Grunde, dass Reiter, die sich beim Anschlagen bewegen, der Saitenschwingung Energie entziehen können. Bei G&L hat man das elegant gelöst.

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Bei der Rickenbacker-Bridge treffen wir auf ein eigenartiges Konzept: Der recht große Rahmen der Brücke wird aus Guss hergestellt. Der eigentliche Steg steht nun in dieser Zinklandschaft und ruht auf zwei Schrauben – dieses Konzept fi ndet man auch bei Alembic; beim Rick freilich ohne Sustainblock. Das Einstellen der Oktavreinheit gestaltet sich äußerst schwierig, da die Schrauben tief in der Bridge ruhen. Hier ist kein Zugang möglich! Um die Saitenreiter zu bewegen, muss man die Saiten entspannen und den kompletten Steg rausschrauben. Zum Glück ist der Rickenbacker ja schon seit langem auf dem Markt und wird vom Hersteller gewissenhaft hergestellt, so dass die Oktavreinheit meistens schon ab Werk eingestellt ist.

Die zweiteilige 2-D Brücke

Kommen wir nun zur zweiteiligen Brücke, die man in zwei Richtungen einstellen kann: vor bzw. zurück (Oktavreinheit), sowie hoch bzw. runter (Saitenhöhe). Man fi ndet diesen Typ Bridge oft auf uralten Bässen aus den Sechzigern oder auf ganz edlen Teilen, wie z.B. Alembic. Halbakustische Bässe sind bekanntlich innen hohl und besitzen einen großen Body. Daher fi ndet man zweiteilige Bridges oft auf Instrumenten dieser Art, wie z.B. beim Ibanez ARTB.

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Die vielleicht berühmteste Bridge dieser Abteilung fi ndet man bei dem kalifornischen Hersteller Alembic. Die Brücke wurde Anfang der Siebziger ersonnen und zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Sie schwebt ebenfalls und wird mittels zweier Standschrauben fixiert. Diese münden nicht etwa in das Holz, sondern übertragen den Klang der Saiten in einen darunter liegenden Messingblock. Das liefert zum einen einen volleren Klang und zum anderen „Sustain bis übermorgen“. Der solide Messingaufbau lässt sich zudem durch nichts erschüttern.

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Zudem gibt es immer wieder bemerkenswerte Lösungen zu bewundern, wie die Saiten mit dem Body optimal verbunden werden können. Diese Holzbrücke ziert einen sechssaitigen Sharkey fretless aus der Werkstatt von Magnus Krempel. Rüder Umgang mit dem Bass ist nicht empfehlenswert, denn die Holzreiter können leicht brechen. Doch gerade bei einem Fretless-Bass fördern sie den akustischen Klang des Instrumentes ganz vortrefflich.

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Aus Österreich kommt dieser Beitrag von Simon Bassmaker. Hierbei handelt es sich schon fast um eine eindimensionale Bridge. Diese Konstruktion, welche direkt in den Body eingearbeitet wurde, soll die Schwingung der Saite unterstreichen und für eine verbesserte Ansprache sorgen.

Die moderne 3-D Brücke

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Die bekanntesten Vertreter dieser Brückenart sind tatsächlich „Made in Germany“. Als erste populäre, dreidimensional einstellbare Brücke trat vor nahezu dreißig Jahren der „Bass-Steg 3D“ von Schaller in Erscheinung. Diese aus Guss gefertigte Brücke besitzt zur Einstellung des Saitenabstands kleine Rollen auf dünnen Gewindestangen.

Anfang der neunziger Jahre konnten sich die gefrästen 3-D Flachstege der deutschen Hersteller ETS und ABM etablieren. Diese sind im Grundprinzip eine Verbesserung der Spector-Brücke, da die verschiebbaren, quaderförmigen Böckchen nun in separaten Führungskanälen laufen. Jedes dieser Böckchen besitzt zudem noch einen quer in einer Nut verlaufenden Reiter, der durch Verschieben eine Veränderung des Spacings ermöglicht. Das Besondere dieser Konstruktion ist, dass sich sämtliche beweglichen Bauteile nach der Justage in ihrer Position festklemmen lassen. Das bedeutet aber auch, dass jeder Reiter mindestens vier Schräubchen besitzt. Man sieht: Qualität made in Germany. Und das ist mehr oder weniger bis heute so geblieben.

Mono-Rails

Mono-Rail-Brücken sind eigentlich nichts anderes als Einzelelemente einer 3-D Brücke. Aufgrund ihrer schmalen Bauweise ist jedoch der Einstellspielraum für das Stringspacing meist deutlich geringer.

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Bei einigen Mono-Rails lassen sich die Reiter nur im Zehntelmillimeterbereich verschieben, so dass man in diesen Fällen nur von einer zweidimensionalen Brücke sprechen kann. Dafür ist es dem Bass-Hersteller möglich, durch entsprechende Positionierung selbst zu bestimmen, wie groß der Abstand von Saite zu Saite bemessen sein soll. Bei diesem 6-Saiter von Christof Kost liegen die Saiten eng beieinander, was sich in einer sehr guten, fl inken Bespielbarkeit bemerkbar macht. Damit hätten wir eine grobe Übersicht über die bekannten Bridge-Modelle. Kommen wir nun zu den Infos, die für eine optimale Einstellung dieser Brücken notwendig sind.

Einstellung der Saitenlage

Jetzt wird es spannend! Wir gehen davon aus, dass a) der Hals im richtigen Winkel zum Body steht und b) dass der Hals leicht gebogen bzw. nicht 100% gerade ist, damit die Saiten ihren Schwingungsbauch entfalten können. Unser Ziel ist es nun, eine weitgehend schnarrfreie Einstellung des Instrumentes zu erzielen.

Zunächst werden die Reiter aber erst einmal so weit nach unten geschraubt, dass die Saiten auf dem Griffbrett aufl iegen. Sollte dies nicht möglich sein, führ dir noch einmal den ersten Teil der „Mein Bass & Ich“-Serie zu Gemüte (BP 1/2010).

Ist diese Ausgangsstellung erreicht, spielst du das G im zwölften Bund auf der G-Saite (bei 23 Bünden im 11.Bund / 22 im 10. /21 im 9. etc.) und drehst den Reiter so weit nach oben, dass die Saite bei deiner maximalen Anschlagslautstärke keine unerwünschten Scheppergeräusche mehr von sich gibt.

Die Bundbereiche über dem „Setup“-Bund sind von einem klirrenden Aufsetzen der Saite weniger betroffen, da der Schwingungsbauch der Saite sich ja immer weiter vom Griffbrettende Richtung Steg bewegt. Du solltest natürlich trotzdem das Schepperverhalten bei jedem Bund testen, da es aufgrund von schlecht eingesetzten Bünden oder einer „rising tongue“ (Erhebung am Griffbrettende) zu Problemen kommen kann. Die Lösung sollte dabei aber nicht ein Erhöhen der Saitenlage sein, sondern eine fachmännische Reparatur.

Da die dickeren Saiten grundsätzlich stärker schwingen als die dünneren, müssen die Reiter von Saite zu Saite immer ein kleines Stück weiter hoch gedreht werden.

Wenn du die Saiten in höheren Lagen miteinander vergleichst, solltest du unbedingt darauf achten, dass du dies im gleichen Bund vornimmst.

Hast du einen Bass mit einem eher planen Griffbrett, wirst du feststellen, dass die Höhe der einzelnen Saiten ansteigt. Die G-Saite liegt tiefer als die stärker schwingende E-Saite. Hast du einen Bass mit einem starken Halsradius, entsteht an der Brücke so etwas wie eine Wölbung.

Zum Einstellen der Saitenlage solltest du dir Zeit nehmen. Oftmals braucht man Tage, Wochen, wenn nicht Jahre, um die optimale Saitenlage einzustellen.

Abhängig ist dies nicht zuletzt von der Musik, die du machst. Spielst du zum Beispiel Reggae, sollten die Saiten nicht zu tief liegen. Für rasantes Solospiel hingegen sollten die Saiten recht fl ach liegen, ohne aber übermäßig zu scheppern. Und spielt man deftigen Hard Rock, sollten die Saiten ebenfalls schepperfrei klingen.

Übrigens: Wurde die Brücke deines Basses vom Hersteller bereits perfekt eingestellt, dann ist es oft ratsam, die Finger von der Bridge zu lassen und mit der Halsschraube zu arbeiten. Wie das funktioniert, hatten wir ja schon in der letzten Ausgabe behandelt.

Gleichzeitig wirst du feststellen, wie gut oder schlecht dein Bass vom Hersteller bundiert wurde. Wenn viele Bünde scheppern, andere wiederum gar nicht, sollte ohne Frage das Griffbrett abgerichtet werden - hier muss ein Spezialist ran.

Was heißt „bundrein“?

Was heißt „oktavrein“?

Die Oktavreinheit wird häufig und gerne mit der Bundreinheit verwechselt. Den Abstand einzelner Bünde zueinander kann man allerdings nicht einstellen, so dass die Längsverstellschraube an der Brücke nur dazu dient, die Oktave der Saite exakt in den zwölften Bund zu schieben. Die Bundreinheit ist vom Hersteller vorgegebenen, der hoffentlich dafür Sorge getragen hat, dass der Abstand von Bund zu Bund mathematisch genau einen Halbton beträgt.
Die Oktave der Saite hingegen ist eine Variable. Sie ist abhängig von der Dicke der Saite und ihrer Elastizität. Würden diese Faktoren keine Rolle spielen, wäre der zwölfte Bund immer exakt in der Mitte zwischen Sattel und Saitenreiter.
Sicherlich ist dir aber schon aufgefallen, dass die Saitenreiter bei nahezu allen Bässen von den hohen zu den tiefen Saiten immer ein Stück weiter nach hinten positioniert sind. Das hängt eben damit zusammen, dass mit der Dicke der Saiten auch ihre Steifheit zunimmt: Die dicke E-Saite ist immer schwerer zu bewegen, als die dünne GSaite. Von der H-Seite mal ganz zu schweigen... Dies bedeutet wiederum, dass die Saite kürzer ist als die theoretische Mensurlänge. Und ist eine Saite kürzer, so verändert sich die Tonhöhe nach oben. Daher müssen die Saiten quasi verlängert werden, indem die Reiter zu den tieferen Saiten hin nach hinten versetzt werden.
Klingt sehr theoretisch, nicht wahr? Doch mit etwas Erfahrung sind diese Maßnahmen im Grunde sehr einfach selbst umzusetzen.

Einstellung der Oktavreinheit

Um die Oktavreinheit korrekt einstellen, braucht man zwingend ein Stimmgerät. Ohne geht es nicht!

Als erstes stimmst du alle Saiten deines Basses. Die Oktavreinheit wird nun Saite für Saite eingestellt. Du stimmt z.B. als erstes die G-Saite. Du solltest versuchen, die Saite so genau wie möglich zu stimmen. Daher nicht die Saite nach dem leeren Ton stimmen, sondern nach dem Flageolett- Ton im 12. Bund. Also die Finger vorsichtig auf die Saite legen, dann die Saite anschlagen und sie mittels des Stimmgerätes 100% genau auf den Ton stimmen.
Als nächstes drückst du die Saite aufs Griffbrett herunter und spielst den Ton im 12. Bund. Dabei ergeben sich zwei (bzw. drei) Möglichkeiten.

  1. Der Ton ist zu hoch, d.h. die Saite muss verlängert werden. Der Saitenreiter muss an der Brücke nach hinten (zum „Bassende“) geschoben werden.
  2. Der Ton ist zu niedrig, d.h. die Saite muss verkürzt werden. Der Saitenreiter muss nun an der Brücke weiter in den Bass geschoben werden.
  3. Der Ton ist derselbe wie beim Flageolett.


Wichtig: Nach jedem Verschieben des Reiters muss die Saite neu gestimmt werden, da sich durch den Eingriff die Stimmung ja auch wieder verändert.

Tritt Fall 3 ein, dann herzlichen Glückwunsch: Der Hersteller deines Basses hat den Bass perfekt eingestellt! Mitunter erlebt man auch die eine oder andere Überraschung und muss bemerken, dass man den Bass ganz und gar nicht optimal einstellen kann, weil die Brücke falsch positioniert wurde.

Einstellen bei Vintage-Bässen

Auf dem Flohmarkt einen alten Bass gekauft? Auch diesen kann man mit wenigen Handgriffen passabel einstellen. Da sich der Steg nur im Ganzen bewegen lässt, orientiert man sich beim Einstellen der Oktavreinheit an der E- und GSaite.
Zuerst stellt man die G-Saite ein. Man schiebt den Steg solange hin und her, bis der Flageolett- Ton im 12. Bund mit dem gegriffen Ton im 12. Bund übereinstimmt. Auch hier gilt: ist der Ton zu hoch, ist die Saite zu kurz. Daher muss der Steg in Richtung Bodyende geschoben werden. Ist der Ton hingegen zu tief, ist die Saite zu lang und es geht in Richtung Hals.

Bei der Wiederholung dieses Procederes für die E-Saite achte man darauf, dass man den Auslagepunkt der G-Saite nicht gleich wieder verschiebt.

Feintuning: Einstellen der Saitenabstände

Sofern man das Spacing von Saite zu Saite überhaupt einstellen kann, ergeben sich ein paar Punkte, die man für ein ideales Setup berücksichtigen sollte.

Wichtig ist das Spacing so zu gestalten, dass die äußeren Saiten nicht zu nahe an der Griffbrettkante liegen. Bei kräftigeren Bendings und vehementen Pull-Offs und Hammer-Ons kann die Saite sonst schon mal von den Bünden rutschen. Aus diesem Grund schieben manche Spieler die Auflagepunkte der E- und vor allem der G-Saite weiter in die Mitte des Halses.

Auch bietet die Justage des Stringspacings die Möglichkeit, die Saiten genau über das Zentrum der Tonabnehmermagnete zu führen. Damit lässt sich gewährleisten, dass die Lautstärke von Saite zu Saite relativ gleich ist.

Durch Verschieben der Reiter in Querrichtung lässt sich auch die von einigen Herstellern propagierte „lichte Weite“ einstellen. Dabei wird nicht der sonst übliche, gleiche Abstand von Saitenmitte zu Saitenmitte eingestellt, sondern ein gleich bleibender Zwischenraum. Da die Saiten „von hoch nach tief“ dicker werden, vergrößert sich hierbei das Spacing am Steg von Saite zu Saite.

Solltest du einen Bass mit dreidimensionalen Einstellmöglichkeiten besitzen, kannst du ja einmal ausprobieren, welches Konzept sich für deine Anschlagshand besser anfühlt.



In der nächsten Folge geben wir noch ein paar hilfreiche Tipps zum Saitenaufziehen – dann sollte dein Bass schon richtig gut bespielbar sein und einen sauberen und schnarrfreien Ton von sich geben! Fragen und Anmerkungen könnt ihr gerne wieder an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! richten.

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