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Bass Museum

BassMuseum: Status Series 2

BassMuseum Status Serie 2 Von Hermann Eckholt – The Bass Hunter Hallo liebe Leserinnen und Leser, heute möchte ich euch einen Status Serie 2 aus den Achtzigern in der wirklich sehr seltenen Lined Fretless Ausführung vorstellen. Ausgerechnet in unserer Redaktionsstadt Köln bin ich auf diesen Schatz gestoßen. Ich bin ja seit 1984 ein großer Fan dieser super gut bespielbaren Modelle des englischen Herstellers Status und hatte vor einiger Zeit schon mal einen Serie 2 im Bass Museum vorgestellt. In dieser Folge dreht sich alles um ein Modell ohne Bünde.



Der Status ist ja ähnlich aufgebaut wie das berühmte Steinberger Bass Paddel. Doch während der Steinberger nur einen kleinen Graphit-Korpus hat, wurden bei dem Status an dem durchgehenden Graphit-Mittelteil links und rechts Holzfl ügel angesetzt. Das sieht nicht nur ansprechender aus, sondern gibt einem im täglichen Umgang ein Spielgefühl, wie man das auch bei „herkömmlichen“ Bässen kennt. Das Headless-Design war ja Anfang der Achtziger komplett neu und geradezu revolutionär: die Basssaiten wurden nicht um eine Mechanik gewickelt, sondern mussten lediglich an der Brücke und oben am Sattel eingehängt werden. Das war – allein schon aus optischen Gründen – nicht jedermanns Sache. Und so gab es vom Start weg extreme Gegner dieses eigentlich vorteilhaften Designs. Auf kleinen Bühnen gewinnt man durch die fehlende Kopfplatte eine sinnvolle Platzersparnis. Ich habe mal vor Jahren mit meiner Band auf einem Schiff auf der Nordsee gespielt. Als „Bühne“ wurde uns nur eine kleine Ecke auf dem Unterdeck zugewiesen, und wir konnten uns während des Auftritts kaum bewegen. Und als ob ich das schon geahnt hätte, hatte ich für diesen Gig praktischerweise meinen Status und sogar den Steinberger eingepackt. Es ist sowieso immer gut mit zwei Bässen unterwegs zu sein, falls mal an einem der Bässe irgendetwas ausfallen sollte.

Der Steinberger wurde damals bei seiner Markteinführung von Profi musikern wegen seiner geringen Abmessungen geliebt. Dank der kleinen Form eignete er sich ideal als Reisebass und nahm in jedem Taxi und im Flugzeug nur wenig Platz ein. Soundlich waren beide Bässe ebenfalls ganz weit vorn und konnten wegen der Graphit-Hälse (ohne Deadspots!) mehr als überzeugen. Geoff Gould hat in den siebziger Jahren die Fertigung von Graphithälsen begründet und als ersten Hersteller in der Bassbaubranche Alembic mit Graphithälsen beliefert, später sollte daraus die amerikanische Firma Modulus werden. Der Designer Ned Steinberger hat die Idee mit dem Graphit aufgegriffen und für seinen L2 verwendet. Der englische Hersteller Status hat dann – für meinen Geschmack – den E-Bass aus Graphit perfektioniert. Der Status liegt perfekt am Körper – sowohl mit Gurt als auch im Sitzen. Es gibt am Body keine störenden scharfen Kanten, der Hals ist super griffig und dank der traumhaft fl achen Saitenlage schnell bespielbar. Die Armaufl age ist angenehm schräg abgefl acht und sorgt für ein bequemes Handling. Am Ende des Bodies liegt die schräg montierte und sehr markante Double Ball End Brücke mit ihren vier Stimmschrauben. Der Halsansatz am Korpus ist sehr kräftig gestaltet und verleiht der gesamten Konstruktion Stabilität. Und ich bin mir sicher, dass sich diese Masse auch positiv bemerkbar macht. Das Halsprofil fühlt sich sehr angenehm an, es ist flach, besitzt jedoch eine gut zu bespielenden Breite.



Der Status Bass war ja von Anfang an in einer bundierten und bundlosen Version lieferbar. Ob jedoch dieser dynamische und funkige Bass tatsächlich als Fretless bestellt wurde, daran hatte ich meine Zweifel. Und als ich dieses seltene Exemplar zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich alle andere als begeistert. Dieser Bass wurde offensichtlich immer mit normalen Roundwound Saiten bespielt worden, was dem Ebonol-Griffbrett, das sich auf allen Status- Bässen befi ndet, alles andere als gut bekommen ist. An jener Stelle, wo sonst die Bünde gewesen wären, hatte man diese durch weiße Kunststoffstreifen ersetzt. Das Griffbrett sah durch die jahrelange Benutzung mit Roundwound Saiten deutlich benutzt aus, die ungeschliffenen Saiten hatten tiefe Kerben auf der Griffbrettoberfläche hinterlassen.



Doch weil alte Status Serie 2 Bässe so gut wie vom Erdboden verschwunden sind, hatte ich vor Ort entschieden, dem Bass ein neues zuhause zu geben. Die Besitzer alter Status Serie 2 Bässe verkaufen scheinbar ihre alten Schätze nicht, das finde ich durchaus positiv. Einen gepfl egten alten Serie 2 Bass zu bekommen, ist kaum mehr möglich. Daher sollte man zugreifen, wenn sich eine Chance ergibt. In England werden für gut erhaltene Serie 2 Bässe oft über 2500 englische Pfund verlangt. Der damalige Neupreis in den Achtziger Jahren war ja auch nicht ganz ohne – stolze DM 4.200,- musste man hinblättern, um so einen Bass mit nach Hause nehmen zu können. Das war viel Geld – auch aus heutiger Sicht. Um den Bass wieder in einen spielbereiten Zustand zubringen, musste als erstes das Griffbrett wieder hergestellt werden. Mit feinem Schleifpapier habe ich vorsichtig die tiefen Kerben herausgeschliffen. Zum Glück klappte das besser als erwartet! Den letzten Feinschliff erhielt das Griffbrett mit dem Klotz, damit die Wölbung erhalten blieb. Anschließend war die Oberfläche wieder blank und glatt wie eine Eisfläche.



Damit in Zukunft keine tiefen Spielkerben mehr entstehen können und das Griffbrett möglichst lange erhalten bleibt, habe ich schwarze, mit Nylon umwickelte Flatwounds aufgezogen. Mir war der Sound eines Status Fretless bisher nur durch Guy Pratt bei seiner damaligen Band Icehouse und später bei Pink Floyd bekannt. Aber jetzt durch diese umsponnenen Saiten war ich umso überraschter von dem Ergebnis! Die Black Nylon Saiten lieferten in Verbindung mit dem sustainreichen Graphit-Hals einen ungewohnten weichen, warmen, Kontrabass-ähnlichen Ton. Ein spannender Sound – vielleicht einen kleinen Ticken zu sauber. Dabei erwies es sich als Vorteil, dass der Sattel oben am Halsende über vier Inbusschrauben verfügt. Durch diese Klemmschrauben können herkömmliche Basssaiten aufgezogen werden, denn die Auswahl an Double Ball Saiten (die oben und unten nur eingehängt werden) ist ja doch bescheiden. Im Gegensatz zu Steinberger hat Rob Green bei seinen Status Bässen einen Sattel eingebaut, der beide Möglichkeiten erlaubt. Der Sattel war bei den ganz frühen Status Bässen noch relativ schmal gehalten. Da ist leider einigen Bassisten, die ihre Saiten mit den Inbusschrauben fi xiert haben, die Seitenwand des Sattels weggebrochen. Vor allem die E-Saite war oft betroffen. Bei diesem Serie 2 Bass ist schon die zweite Generation mit dem größeren Sattel verbaut worden. Hier hat diese Halterung wesentlich mehr Masse und kann dadurch nicht so schnell brechen. Dafür wurde der Hals auch etwas verlängert, damit dieser neue Sattel auch genug Platz hat.

Auf Dauer klangen die Nylonsaiten einfach zu dumpf und zu träge – ein schön knurriger Ton à la Jaco ließ sich damit ebenfalls nicht erzeugen. Auch der Einsatz von Pressurewound-Saiten brachte nur kurzzeitigen Erfolg und ich fragte mich, ob der Bass mit Bünden nicht einfach besser klingen würde?

Ich hatte vor vielen Jahren mal einen ganz alten bundierten Status von Anfang 1983 mit einer zweistelligen Seriennummer gekauft. An den Punktmarkierungen der Griffbrettkante konnte ich erkennen, dass dieser Bass vorher auch mal ein bundloser Bass gewesen sein musste. Die Punktmarkierungen sind ja bei einem Fretless Bass oft anders gesetzt als beim bundierten. Bei manchen Herstellern werden beim Fretless die Dots direkt auf den Bund und nicht mittig zwischen die Bünde gesetzt. Diesen frühen Status hatte ich dann wieder verkauft, weil er mit den falschen Bünden ausgestattet war. Wandelt man einen bundlosen Bass in einen mit Bünden um, ist es wichtig, auf die richtige Bundgröße zu achten. Und – Vorsicht – es gibt viele verschiedene Bundsorten! Sich bei einem Hals mit 24-Bünden für extrem dicke Jumbo Frets zu entscheiden, grenzt für mich schon an Dummheit. Das Spielgefühl ist alles andere als angenehm, vor allem in den hohen Lagen. Deshalb hatte ich mich von diesem Instrument wieder getrennt.



Doch bei diesem Bass aus Köln mit seinem warmen und angenehmen Sound, mit seiner fast einen Zentimeter starken Palisander-Decke und dem Walnuss Body – bei diesem Instrument wollte ich das Risiko eingehen, ihn neu bundieren zu lassen. Mit der Neubundierung wurde der Bass- und Gitarrenbauer Jozsi Lak beauftragt. Er hat für mich nicht nur die ein oder andere Lackierarbeit durchgeführt, er hat sich auch als Hersteller hervorragender Bässe einen Namen gemacht. Im Vorfeld klärten wir die Details bezüglich der Bundstärke, die sich natürlich nah am Original orientieren sollte. Nachdem ich den Bass verschickt hatte, begannen einigen bange Wochen der Ungewissheit. Endlich traf der Status wieder bei mir ein – und ich war sprachlos! Meine Erwartungen waren voll erfüllt worden, zum ersten Mal hielt ich einen Status in der Hand der perfekt bundiert war. Ich hatte ja im meinen Leben schon einige Status-Bässe in der Hand und leider waren einige alles andere als sauber bundiert. Es wurde oft zu weiches Bundmaterial eingesetzt und wenn man viel mit seinem Bass unterwegs war, bildeten sich bald die üblichen und nervigen Spielkerben. An dieser Stelle muss ich ein Kompliment an die Hersteller von Alembic loswerden. Auch nach vielen Spieleinsätzen zeigen sich keinerlei Spielspuren auf der Bundstäbchenoberfläche – hier wird offensichtlich solides und hartes Bundmaterial eingesetzt. Abgesehen davon, kann man bei einem Instrument, das einst über DM 4.000,- gekostet hat, hochwertige Bünde erwarten.

Ich hatte bei meinem ersten Serie 2 von 1984 die Frets schon nach einigen Jahren Dauereinsatz richtig platt gespielt und sah damals schon einer aufwändigen Neubundierung entgegen – die zu diesen Zeiten keiner durchführen konnte oder wollte. Bundstäbchen in Ebonol- Griffbrettern austauschen war nicht jedermanns Sache. Und das war ein Grund, warum ist mich damals von diesem tollen Instrument wieder getrennt habe. Zum Glück gibt es heute Leute, die ihr Fach beherrschen und extrem gute Arbeit leisten.

Ich hatte zudem immer geglaubt, dass die Pickups mit verschlossenen Kappen nicht so gut klängen, wie die Tonabnehmer mit den offenen Gehäusen, wo die Pole-Pieces zu sehen sind. Diese wurden nur bis Seriennummer 150 verbaut, anschließend gab es nur noch die verschlossenen Varianten. Denn eigentlich ist die Version mit den offenen Polen bei der direkten Tonabnahme der Saite unschlagbar. Dennoch bin ich über den direkten Ton sehr überrascht, den dieses Instrument liefert. Der Ton erinnert mich sehr an die besten Zeiten mit meinem alten Status von 1984 mit den offenen Pickups – ich merke eigentlich keinen Unterschied. Unterm Strich muss ich sagen, dass sich der Umbau voll und ganz gelohnt hat. Der Bass hat den angenehmen tiefen, warmen und bassigen Ton behalten und die angenehme Bespielbarkeit begeistert mich seitdem ständig aufs Neue. Nur ein bundierter Status offenbart diesen knackigen und typischen Sound, mit viel funky Punch und klarem Durchsetzungsvermögen. Und gern erinnere ich mich an die deutsche Bass-Ikone Wolfgang Schmid, der in den Achtzigern und frühen Neunzigern mit dem Plektrum auf seinem alten Status Serie 2 unterwegs war. Und was man alles auf einem guten alten Status anstellen konnte, zeigte der Engländer Joe Hubbard 1985 auf seiner bei Coda Records erschienen Platte „Nip It In The Bud“. Laut einer Bemerkung auf der Plattenhülle handelt es sich um den besten Bass, den er jemals in den Händen gehabt hat. Und dass Headless- Bässe wieder auf dem Vormarsch sind, konnte man an letzten Ausgabe des BASS PROFESSOR sehen, denn da war ein Bogart ohne Kopfplatte auf dem Titel. Die Achtziger Jahre sind wieder modern!

Bass Talk



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BS: 52er



Der Mythos von Fender ist ungebrochen! Immer wieder erreichen uns Anfragen, mehr über ältere Fender- Bässe zu berichten. Natürlich kommen wir diesem Wunsch gern nach und präsentieren euch hier ein erlesenes Schmuckstück aus den Anfangstagen des elektrischen Basses. Der E-Bass wurde ja „nur“ deshalb erfunden, weil Gitarristen Kontrabass spielen sollten. Für die Vielzahl der Gitarristen gab es in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu wenig Jobs. Dafür gab es einen Mangel an Kontrabassisten. Also baute Leo Fender 1951 den Fender Precision Bass, nachdem er erst im Jahr zuvor seine erste E-Gitarre der staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt hatte.

1952 Precisionbass

Bass Special


An einem Höfner Beatle Bass kann man sich einfach nicht sattsehen! In Ergänzung zum BASS MUSEUM, dass euch einen seltenen Höfner 500/1 aus dem Jahr 1963 zeigt, könnt ihr euch hier von einem Exemplar aus dem Jahr 1965 die Augen massieren lassen. Auf den Bildern kommt die schöne Korpusform mit den typischen Haarrissen besonders gut zur Geltung. Ebenso die großen Pickup-Rahmen und das Hals-Binding, das erstmals ab 1964 eingesetzt wurde. Das Perlmutt-Schlagbrett ist wunderbar nachgedunkelt und passt zum kleinen Elektronik-Fach. Das Finish ist bei diesem alten Exemplar besonders schön und – wie die Beatles, die uns hier in Form kleiner Figuren begegnen – einfach zeitlos!

Höfner Beatle Bass

BS: Yin/Yang

Saiten-Test



Der große Bass Professor Saiten-Test

Zum Test:
Der Einfluss von Saiten auf den Klang wird meist sehr unterschätzt. In der Regel nimmt man die Saiten, die einigermaßen günstig sind. Angesichts der Preise, die zum Teil für einen Satz Basssaiten aufgerufen werden, sicherlich auch ein naheliegender Weg. 13 Hersteller im Test.

-> zum Test


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