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Bass Museum

Bass Museum: OVERWATER C-Bass Fretless

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BassMuseum von Hermann Eckholt - The Bass Hunter. Hallo, liebe Leser und Leserinnen! Mal ehrlich: Was liegt näher, als einen Overwater-Bass über Wasser an einem schönen See (eben „over water“) zu fotografieren? Aber abgesehen von der namentlichen Parallele ist es einfach gut anzusehen, wie sich dieser elegante, geschmeidig geformte Korpus in die traumhafte Seenlandschaft einfügt. Gebaut wurde die C Bass-Serie von der englischen Edelbassschmiede Overwater nur kurze Zeit, und dieser super seltene C Bass in der Fretlessausführung wurde sogar nur dreimal gebaut!
 
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Aber nun ratet doch mal, wer hinter dem Design dieser ungewöhnlichen Form als Ideengeber steckt? Genau, Thunderbird-Oberguru John Entwistle von The Who. Später hat John seine Ideen mit anderen Bassbauern wie Warwick und Status umgesetzt, doch ist bei näherer Betrachtung durchaus Ähnlichkeit zu erkennen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Bass sähe aus wie ein Thunderbird: Die Kopfplatte könnte von einem Non- Reverse aus den 60er stammen, und der ungewöhnliche Korpus mit der Armauflage oben ähnelt sehr einem Reverse Thunderbird. Dafür ist das obere Horn aber deutlich kräftiger als beim Donnervogel. Gut möglich, dass das der Grund für die weniger ausgeprägte Kopfl astigkeit ist als beim amerikanischen Kollegen von Gibson.
 
Gebaut wurde die „Original Series“ des C Bass nur knapp zwei Jahre in den späten 70er- Jahren. Ab 1984 wurden auch einige Fünfsaiter- Modelle gebaut, bis dann ca. 1985/86 endgültig Schluss war mit dieser Bass-Serie. Dieses Fretless-Modell stammt aus dem Jahr 1983.
 
Laut Chris May von Overwater war für die extra lange 36-inch-Mensur ursprünglich eine andere Stimmung gedacht: C-F-Bb- Eb. Die sollte ich vielleicht beizeiten einmal ausprobieren, obwohl der Bass mit dem herkömmlichen Tuning bereits einen super Job macht. Zugegeben: Etwas ungewohnt ist so ein langer Fretless-Hals schon, aber die angenehme Halsbreite und Halsform verwöhnen einen in jedem Spielmoment. Der Hals liegt wirklich super in der Hand, einzig bei den hinteren Abständen kann man spieltechnisch schnell ins Schleudern geraten.
 
Die klangliche Bandbreite der beiden Humbucker reicht von kräftig bis knurrig. Für einen Fretless ist die Pickup-Anordnung nah an der Bücke durchaus von Vorteil. Apropos Brücke: Mir gefällt beim C Bass auch die alte Schaller 3D-Bridge. Diese war 1983 sozusagen das „Maß aller Dinge“. Obwohl mir viele Basskollegen damals sogar stolz ihre alten Fender-Bässe mit dieser Schaller-Brücke unter die Nase hielten, hat sie mir auf diesen Bässen nie wirklich gefallen. Da bevorzuge ich doch eher den alten einfachen Blechwinkel; der ist einfach perfekt für diese Bässe. Oder hat man sich im Laufe der Jahre vielleicht nur zu sehr daran gewöhnt?
 
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Die Elektronik des Overwater wird mit zwei Batterien gespeist. Der Mastervolume-Regler besitzt eine Push/Pull-Funktion, mit der noch zusätzlich die Höhen angehoben werden können. Darunter sitzt das Panorama-Poti – leider ohne Mittelraste, aber auch sonst lässt sich der Sound der Pickups hier eindrucksvoll mischen.
 
Im Handumdrehen findet man hier die fretlesstypischen „must-have“ Jaco-Sounds. Mit den derzeit aufgezogenen Black Nylon Strings klingt der C Bass natürlich etwas softer, mit Roundwounds hingegen sehr drahtig. Aber um das schöne Ebenholzgriffbrett zu schonen, sind Roundwounds nicht zu empfehlen. Dann schon eher Pressure Wounds, die greifen das Griffbrett nicht so an wie komplett ungeschliffene oder ungepresste Saiten. Immerhin: Die Black Nylons fördern einen sehr kontrabassähnlichen Ton, der für bestimmte Songs sehr gut geeignet ist!
 
Besonders schön finde ich die Burl Maple-Decke – dieses Holz ist einfach perfekt. Der Korpus besteht aus leichtem Mahagoni und ist auf der Rückseite wunderschön geformt. Schaut euch mal auf den Bildern den Hals-/Korpus- Übergang an: so eine gute Arbeit findet man nicht alle Tage!
 
Oben an der Kopfrückseite gibt es eine dicke Halsnase, damit der C Bass nicht so schnell bricht, wie etwa seine Thunderbird-Kollegen. Zur Stabilität gibt es beim Overwater noch einen durchgehenden Ahorn-Streifen im Hals.
 
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Leider sind alte Overwater- Bässe gebraucht kaum zu finden. Es gab einige Player in England, die den C Bass damals bei Overwater geordert hatten, wie z.B. Andrew Bodnar, seines Zeichens Bassist bei Stiff Records. Andrew spielte einen C Bass bei der Eighties-Keyboardband The Thompson Twins. Gitarrist David Gilmour von Pink Floyd orderte ebenfalls einen Overwater für sein Studio – sein Bass trägt die Seriennummer 2! Obwohl dieser Bass mittlerweile sicher im Besitz von Guy Pratt sein dürfte, der wohnt ja nicht unweit vom Band-Chef. Somit bleibt dieser schöne C Bass immerhin in der Floyd- Familie. Dann gab es noch Dill Katz (seines Zeichens ein guter englischer Jazzbassist), Mick Feat (der seinen Overwater-Bass für Tina Turner und Mark Knopfl er bearbeitete) – und natürlich John Entwistle himself!
 
Das Konzept vom C Bass sprach damals wohl eher Rockbassisten an – ähnlich wie bei den Thunderbirds – aber glaubt mir: es lassen sich unzählige Musikstile auf einem Overwater realisieren. Erst recht natürlich bei einem Instrument in der bundierten Version.
 
Es freut mich, dass wir für das BASS MUSEUM eines dieser raren Exemplare vor die Flinte bekommen haben. Lassen wir ihn nun wieder wie Nessie in Loch Ness in den See abtauchen – und wenn wir Glück haben, wird im nächsten Jahr vielleicht eine Reissue in Form einer modernen C Bass-Version auftauchen.
 
Bis zum nächsten Mal, euer Bass Hunter
 
 

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Hauptkategorie: BP 5/2012 - Ausgabe 67

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BS: 52er



Der Mythos von Fender ist ungebrochen! Immer wieder erreichen uns Anfragen, mehr über ältere Fender- Bässe zu berichten. Natürlich kommen wir diesem Wunsch gern nach und präsentieren euch hier ein erlesenes Schmuckstück aus den Anfangstagen des elektrischen Basses. Der E-Bass wurde ja „nur“ deshalb erfunden, weil Gitarristen Kontrabass spielen sollten. Für die Vielzahl der Gitarristen gab es in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu wenig Jobs. Dafür gab es einen Mangel an Kontrabassisten. Also baute Leo Fender 1951 den Fender Precision Bass, nachdem er erst im Jahr zuvor seine erste E-Gitarre der staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt hatte.

1952 Precisionbass

Bass Special


An einem Höfner Beatle Bass kann man sich einfach nicht sattsehen! In Ergänzung zum BASS MUSEUM, dass euch einen seltenen Höfner 500/1 aus dem Jahr 1963 zeigt, könnt ihr euch hier von einem Exemplar aus dem Jahr 1965 die Augen massieren lassen. Auf den Bildern kommt die schöne Korpusform mit den typischen Haarrissen besonders gut zur Geltung. Ebenso die großen Pickup-Rahmen und das Hals-Binding, das erstmals ab 1964 eingesetzt wurde. Das Perlmutt-Schlagbrett ist wunderbar nachgedunkelt und passt zum kleinen Elektronik-Fach. Das Finish ist bei diesem alten Exemplar besonders schön und – wie die Beatles, die uns hier in Form kleiner Figuren begegnen – einfach zeitlos!

Höfner Beatle Bass

BS: Yin/Yang

Saiten-Test

Bass Professor Saitentest

Der große Bass Professor Saiten-Test

Zum Test:
Der Einfluss von Saiten auf den Klang wird meist sehr unterschätzt. In der Regel nimmt man die Saiten, die einigermaßen günstig sind. Angesichts der Preise, die zum Teil für einen Satz Basssaiten aufgerufen werden, sicherlich auch ein naheliegender Weg. 13 Hersteller im Test.

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