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1. Teil: Einstellen des Halswinkels

mbi_logo155Willkommen zur neuen Rubrik zum Thema „Bass Service“. Die Rubrik soll euch bei Einstellarbeiten aller Art am E-Bass helfen. Nach und nach werden wir alle wichtigen Parts am Instrument vorstellen und euch viele Tricks und Kniffe der Profis verraten – damit ihr aus eurem E-Bass das Optimum an Bespielbarkeit herauskitzeln könnt. Ob im Studio, live oder auf einer wichtigen Probe - ein gut eingestellter Bass ist oft Gold wert. Mitunter kann sogar ein vergleichsweise günstiger Bass einem teueren überlegen sein, wenn er gut eingestellt ist.

Alle Tipps, die wir verraten möchten, sind geeignet, sie nachzuahmen – do it yourself! Wenn ihr aber Schwierigkeiten mit euren Instrumenten habt und mit gewissen Einstellarbeiten überfordert seid, solltet ihr jemanden um Rat bitten, der schon Erfahrung mit dem Einstellen eines E-Basses hat. Das kann ein Basslehrer sein, eine Fachkraft beim lokalen Dealer oder vielleicht ein Kumpel, der bereits E-Bass spielt und sich mit den Teilen auskennt.

So, jetzt kann es losgehen. Wir starten die Serie mit dem richtigen Einstellen des Halswinkels.

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Unter Halsanstellwinkel versteht man die Neigung, die ein Hals zum Korpus besitzt. (Abb.1)
Bei Bässen mit durchgehenden oder verleimten Hälsen ist dieser Winkel natürlich nicht zu ändern. Besitzer von Rickenbacker-, Alembic-, und ähnlichen Bässen können hier mit der Lektüre dieses Workshop-Artikels aufhören. Das gilt natürlich ebenfalls für Spieler von Gibson-Bässen, deren Hälse eingeleimt sind. Besitzer dieser Bässe können sich auf die nächste Ausgabe freuen, die sich mit dem Einstellen der Halskrümmung beschäftigen wird.

Nahezu jeder Hersteller hält ein Schraubhalsmodell bereit, z.B. Fender, Music Man, Wal, Ibanez, etc. Wer einen Schraubhalsbass (auch bolt-on genannt) sein eigen nennt, wird sich aber vielleicht auch fragen, was man da an dem Instrument überhaupt einstellen kann. Schließlich ist der Hals doch bereits mit dem Korpus verschraubt.

Tatsache ist jedoch, dass viele Hersteller bereits ein Stück Furnierholz oder ähnliches unter den Hals in die Halstasche legen. Diese Unterlage nennt man englisch „Shim“.

Foto01 
Shims können aus vielerlei Materialien bestehen (Kuriositäten inklusive). So wurden schon Unterlagen aus Furnierholz, Sandpapier, Teppichmesserklingen (Foto1), Pappstreifen, Plektren, Rasierklingen und Unterlegscheiben (Foto2) gesichtet.

Grundsätzlich gilt dabei aber, dass die härteren (Metall-) Shims den nachgiebigeren  vorzuziehen sind. Bei einer Schraubhalskonstruktion ist die Festigkeit der Hals-/Korpusverbindung nämlich von großer Bedeutung für das Schwingungsverhalten. Bei dem Anschlagen einer Saite führt der Hals eine Kippschwingung aus, wobei die Befestigung am Korpus wie ein Scharnier wirkt. Und je lockerer  die Verbindung an dem Übergabepunkt zum Korpus ist, desto stärker ist auch der dämpfende Einfluss auf den Klang.

Um sich das mühselige Unterlegen von Shims zu ersparen, wurde in bereits in frühen Jahren das  sogenannte „Micro-Tilt“-System von Fender (Foto3) und später von Music Man eingeführt. Leo Fender setzte dieses Prinzip auch noch viele Jahre später bei seinen G&L-Bässen ein. Und auch bei Fender tauchten und tauchen immer mal wieder Modelle mit einer Einstellmöglichkeit für den Halsanstellwinkel auf (z.B. American Standard ab Mitte der 80er, American Series sowie alle neuen American Standards – womit Fender die einzige Firma ist, die dieses Feature in der Hauptlinie regulär verbaut). Die bauliche Umsetzung ist dabei denkbar einfach: Im hinteren Bereich der Halstasche befindet sich eine Madenschraube im Korpus (FotoA), die durch ein Loch in der Halshalteplatte zugänglich ist (FotoB). In den Hals ist eine Metallplatte eingelassen, die verhindern soll, dass sich die relativ dünne Schraube in das Holz bohrt.

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Löst man die Halteschrauben des Halses ein wenig, lässt sich durch Hereindrehen dieser Madenschraube der Winkel des Halses vergrößern.

Nach erfolgreicher Justage werden die Halsschrauben wieder angezogen und der Hals sitzt fest in der Tasche – sollte man meinen. In der Praxis ist es jedoch so, dass der Hals nur noch an der Vorderkante der Halstasche und punktuell auf der Madenschraube liegt. Durch die extrem verringerte Reibungsfläche besitzt der Hals nun viel weniger Halt, als wenn er plan aufliegen würde. Wenn nun die Fräsung  so spielfrei wäre, dass der Hals sich nicht nach rechts und links bewegen kann, hätte man trotz des geringeren Kraftschlusses wenigstens einen sogenannten Formschluss. Leider waren in den siebziger Jahren die Fertigungstoleranzen (vor allem bei Fender-Bässen!) so groß, dass rings um den Hals Spiel von zum Teil mehreren Millimetern vorhanden war. Bereits ein leichtes Ruckeln am Hals konnte daher zu Verschiebungen in der Tasche führen - und schon war der Bass verstimmt.

Durch die damaligen Probleme geriet die Neck-Tilt-Dreipunktverschraubung in Verruf, und konnte sich trotz der Einstellvorteile nicht dauerhaft durchsetzen.
So ist man im Bedarfsfall also auf das Shimmen angewiesen. Was aber ist ein solcher Bedarfsfall? Wann ist ein Shim notwendig?

Es gibt zwei Szenarien, die eine Erhöhung des Halsanstellwinkels erforderlich machen. Das erste: Ich habe einen Bass mit einer einfachen L-Winkel-Brücke. Dank einer gelungenen Bundabrichtung kann ich die Saitenlage sehr niedrig einstellen. Das Problem ist aber nun, dass die Saitenreiter fast auf der Grundplatte aufliegen. Die Folge ist, dass die Madenschrauben für die Höhenverstellung sehr weit herausstehen (Verletzungsgefahr), und die Böckchen bei kräftigem Anschlag hin und her rutschen, weil der Anpressdruck durch die Saiten zu gering ausfällt (Foto4).

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Würde ich jetzt durch Einlegen eines Shims in die Halstasche den Winkel erhöhen, könnte ich die Reiter wesentlich höher schrauben, ohne meine niedrige Saitenlage zu verlieren.
 
Als Faustregel für die  Erhöhung gilt: Dicke des Shims x 4 = Höhengewinn am Steg.

Das zweite Szenario: Ich habe einen Bass mit einer modernen Brücke, bei denen die Reiter bereits eine beachtliche Höhe aufweisen (Foto5).

Foto06
Und obwohl ich den Reiter bereits ganz heruntergeschraubt habe, ist mir die Saitenlage immer noch zu hoch. Den notwendigen zusätzlichen Spielraum kann ich nur gewinnen, in dem ich durch shimmen das Griffbrett näher unter die Saiten bringe.

Foto07 
Die Position der Unterlage hat dabei aber nicht nur Einfluss auf die resultierende Erhöhung (je weiter vorne, desto größer der Kippwinkel), sondern auch auf die Verformung des Halses. Legt man den Shim nämlich an das Ende der Halstasche (was durchaus üblich ist; FotoC),

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so liegt der Hals nur auf dem Shim und der Vorderkante der Tasche auf. Das Anziehen der dazwischen befindlichen Schrauben führt dann dazu, dass der Hals eine leichte Durchbiegung erfährt. Dadurch ist das Griffbrettende etwas höher als der abgesenkte Bereich davor, und in diesem schnarren die Töne nun unnötigerweise. (Abb.2)

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Die Lösung ist, den Shim in dem Bereich der hinteren Schrauben zu befestigen (einfach mit einem Streifen Tesafilm fixieren). Entweder man  klebt ihn kurz hinter oder genau zwischen die Schrauben.

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Wenn man ein Verziehen und Kippeln des Halses ganz vermeiden will, greift man am besten zu Unterlegscheiben, die genau über die Bohrungen für die hinteren Schrauben geklebt werden.  Bei Sechspunktverschraubungen empfiehlt es sich, die Scheiben bei den letzten beiden Schraubenreihen zu verwenden. (Foto6)

Foto11 
Übrigens: Wie ihr vielleicht gemerkt hat, ist dieses Shimmen vor allem notwendig bei älteren Instrumenten. Die meisten modernen Bässe (spätestens seit den Neunzigern) werden präziser gestellt bzw. gefräst. Somit erübrigt sich auch das Shimmen. Wie immer gilt: Falls ihr euch nicht sicher seid, überlasst das korrekte Einstellen lieber einer Fachkraft.

Oft ist es auch sinnvoll, einfach die Halskrümmung einzustellen bzw. den Hals kurz nachzustellen. Wie man das erledigt, erfahren wir in der nächsten Folge rund um den Halsstab.

Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt, schreibt uns eine Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!" Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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  • Stanley Clarke:



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    • Sonntag, 16. Juli 2017
    Kurfürstenstraße 4,
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  • Jackson Trip - Rüdiger Baldauf
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  • Ida Nielsen beim diesjährigen FEEL THE BASS am 15. Oktober in Mannheim.



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Bass Professor Bass Special 12-Saiter BässeUnsere Rubrik „Bass Special“ lässt uns den Freiraum, regelmäßig über ganz besondere Instrumente zu berichten. Das können Bässe einer bestimmten Company sein – es können aber auch Instrumente sein, die einem speziellen Thema zugehörig sind. Ein ebenso seltenes wie faszinierendes Thema ist der 12saitige Bass, um den wir uns in dieser Ausgabe kümmern möchten. ...  (Weiterlesen in: Bass Professor 2/2011, Seite 17)

12-Saiter

BS: 52er



Der Mythos von Fender ist ungebrochen! Immer wieder erreichen uns Anfragen, mehr über ältere Fender- Bässe zu berichten. Natürlich kommen wir diesem Wunsch gern nach und präsentieren euch hier ein erlesenes Schmuckstück aus den Anfangstagen des elektrischen Basses. Der E-Bass wurde ja „nur“ deshalb erfunden, weil Gitarristen Kontrabass spielen sollten. Für die Vielzahl der Gitarristen gab es in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu wenig Jobs. Dafür gab es einen Mangel an Kontrabassisten. Also baute Leo Fender 1951 den Fender Precision Bass, nachdem er erst im Jahr zuvor seine erste E-Gitarre der staunenden Weltöffentlichkeit vorgestellt hatte.

1952 Precisionbass

Bass Special


An einem Höfner Beatle Bass kann man sich einfach nicht sattsehen! In Ergänzung zum BASS MUSEUM, dass euch einen seltenen Höfner 500/1 aus dem Jahr 1963 zeigt, könnt ihr euch hier von einem Exemplar aus dem Jahr 1965 die Augen massieren lassen. Auf den Bildern kommt die schöne Korpusform mit den typischen Haarrissen besonders gut zur Geltung. Ebenso die großen Pickup-Rahmen und das Hals-Binding, das erstmals ab 1964 eingesetzt wurde. Das Perlmutt-Schlagbrett ist wunderbar nachgedunkelt und passt zum kleinen Elektronik-Fach. Das Finish ist bei diesem alten Exemplar besonders schön und – wie die Beatles, die uns hier in Form kleiner Figuren begegnen – einfach zeitlos!

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Obwohl man bei Dean Markley bereits seit 1972 Saiten produziert, zählte das Unternehmen nie zu
den Riesen in der Branche. Dennoch hat Dean Markley gerade für uns Bassisten ein paar bemerkenswerte
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„100 Bilder sollen es werden“, sagte sich der Fotograf und Musiker Marc Mennigmann im August 2014. „Und präsentieren werde ich die Aufnahmen in Ausstellungen und in einem Buch.“ ...

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